KI-gestützte Meldung auf Grundlage der verlinkten Originalquelle.
Nach tagelanger Suche nach einem mutmaßlichen Puma in der Nähe des Münchner Flughafens gibt es weiterhin kein Ergebnis. Damit stellt sich die Frage, ob sich das Tier, falls es existiert, inzwischen längst an einem ganz anderen Ort aufhält.
Nach Angaben des Diplom-Biologen Markus Unsöld von der Zoologischen Staatssammlung München können Pumas an einem Tag mehr als 20 Kilometer zurücklegen, binnen 100 Tagen sogar bis zu 749 Kilometer. Dies hätten Forscher mithilfe von Sendern an Wildtieren ermittelt. Unsöld, der auch zu Raubkatzen geforscht hat, weist jedoch darauf hin, dass sich ein entkommener Puma völlig anders verhalten könne.
Bei den Behörden hat sich bislang niemand gemeldet, dem ein solches Raubtier abhandengekommen ist. Wer einen Puma privat halten will, muss dies offiziell anzeigen. Im Landkreis Erding, zu dem der bei Obing abgesuchte Bereich gehörte, gibt es laut Behörden keine Hinweise auf eine solche Haltung. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den angrenzenden Landkreisen ergab, dass auch dort offiziell keine Pumas gemeldet sind.
Aus dem Landkreis Ebersberg heißt es, dort seien weder Pumas gemeldet noch welche abhandengekommen. Das Kreisverwaltungsreferat München teilte durch eine Sprecherin mit, im Stadtgebiet sei keine Pumahaltung bekannt. Nur der Landkreis München konnte keine Angaben machen und verwies auf die einzelnen Kommunen.
Wie sich ein ausgebrochener Puma in Freiheit verhält, lässt sich laut Unsöld kaum vorhersagen, da weder seine Vorgeschichte noch sein Charakter bekannt seien. Höhere Wirbeltiere seien ausgeprägte Individuen, die je nach Wesen und persönlicher Erfahrung sehr unterschiedlich auf dieselben Reize reagieren könnten. Zumindest in den ersten Stunden oder Tagen in der ungewohnten Wildnis dürfte ein Puma nach Einschätzung des Experten eher furchtsam sein.
Pumas sind in Amerika heimisch und nicht in bayerischen Wäldern. Ein in Gefangenschaft gehaltenes Tier habe zudem kein Jagdverhalten erlernt, erklärt Unsöld. Dennoch könne es genug Nahrung finden, um zu überleben, denn der Jagdinstinkt sei vorhanden. Als Vergleich nennt er Freigänger-Hauskatzen, die bekanntlich allerlei Wildtiere erlegten.
Sobald der Hunger kommt, werde der Puma versuchen, an Nahrung zu gelangen. Im günstigsten Fall erbeute er ein Kaninchen, einen Feldhasen oder ein Reh. Er könne aber auch Nutztiere wie Schafe, Ziegen oder Kälber reißen, sagt Unsöld, passenderweise auch ein südamerikanisches Lama oder Alpaka.
Die Überlebenschancen eines Pumas schätzt der Biologe nicht schlecht ein. Sie hingen davon ab, wie gut das Tier mit der Jagd zurechtkomme und wie es Gefahren wie Straßen umgehe. Trotz ihrer Größe könnten Pumas nach Unsölds Worten sehr heimlich leben und lange unbemerkt bleiben.